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Coaching nach Wirkfaktoren berücksichtigt Faktoren der Wirksamkeit, die theoretisch gut begründet, empirisch überprüft, unideologisch und in der Praxis bewährt sind. Die Faktoren entstammen Ergebnissen der empirischen Beratungsforschung Dritter, eigener Forschung und eigener Erfahrung aus der Coaching-Praxis. Aus diesen Erkenntnissen hat Mathis Wissemann das Konzept Coaching nach Wirkfaktoren entwickelt, das als Buch erhältlich ist: Wissemann, Mathis. (2006). Wirksames Coaching. Eine Anleitung. Bern: Huber. Die Wirkfaktoren sind:
Hier werden die Wirkfaktoren näher beschrieben: 1. Unterscheidung des Klientenbedarfs: Klärung oder Lösung?Klärung bedeutet, eine eigene Haltung, einen eigenen Bezug zum Coaching-Thema herzustellen, z.B. die eigene Rolle als Führungskraft reflektieren, eine eigene Haltung zu „Autorität“, „Verantwortung“ oder „Einsamkeit als Führungskraft“ entwickeln. Lösung bedeutet, einen Plan zu entwickeln, das angestrebte Ziel zu erreichen, z.B. als Führungskraft schwierige Gespräche mit Mitarbeitern souveräner führen. Aufgaben des Coachs: Zwischen Klärungs– und Lösungsbedarf unterscheiden und das passende Beratungsangebot machen. 2. Berücksichtigung der Ressourcen des Klienten Ressourcen sind Kompetenzen, Kenntnisse, Erfahrungen, Eigenschaften, Werte, Wünsche und Ziele und Möglichkeiten des Klienten. Coaching-Prozesse sind dann erfolgreich, wenn sie sich an den Ressourcen des Klienten orientieren. Der Klient ist dann zu Recht zuversichtlicher, die Lösung wahrscheinlicher.Aufgabe des Coachs:Ressourcen des Klienten erkennen, wecken, aktivieren und in den Prozess einbeziehen. 3. Berücksichtigung der Klientenbedürfnisse Coaching verfolgt einen hohen Anspruch: Der Klient will oftmals im Coaching Probleme lösen, die er trotz aller Anstrengung, oft auch mit Hilfe anderer Berater (z.B. Vorgesetzte, Kollegen, Freunde, Ehepartner etc.), bisher nicht lösen konnte. Daher ist Coaching kein Alltagsdialog. Gleichzeitig hat jeder Mensch in einem individuellen Ausmaß spezifische Bedürfnisse an seine Interaktionspartner, auch an seinen Coach. Dazu gehören Bedürfnisse nach Kontrolle, Anerkennung, Verständnis, Harmonie etc. Diese Bedürfnisse können einer unvoreingenommenen und konstruktiven Beschäftigung mit dem eigentlichen Coaching-Thema im Weg stehen. Erst wenn der Klient wahrnimmt, dass seine spezifischen Bedürfnisse Berücksichtigung finden, lässt er sich auf den Veränderungsprozess, der Coaching bedeutet, ein. Aufgaben des Coachs: Bedürfnisse des Klienten wahrnehmen und ihnen im Rahmen seiner Möglichkeiten entgegenkommen. Dadurch entsteht bei dem Klienten die notwendige innere Gelassenheit, die Coaching überhaupt erst ermöglicht. 4. Fachgerechte Anwendung von Interventionsmaßnahmen Der Coach kann den Coaching-Prozess auf vielfältige Weise unterstützen. Welche konkreten Instrumente er auf der Ebene der direkten Zusammenarbeit anwendet, ist allerdings zweitrangig. Wichtig ist nur, dass er die ersten drei Wirkfaktoren berücksichtigt und die Instrumente auf fachgerechte Weise einsetzt. Immerhin stellen sie die Oberfläche des Beratungsprozesses dar, die für den Klienten direkt sichtbar sind. Ein souveräner Einsatz der Instrumente trägt daher zu einer guten Vertrauensbeziehung zwischen Klient und Coach bei. Also zusammenfassend: Es kommt nicht darauf an, eine bestimmte Technik anzuwenden, weil eine Technik an sich nicht wirksam ist. Sondern es kommt darauf an, mit angemessenen Mitteln, fachgerecht eingesetzt, einen Prozess zu unterstützen. Auch wenn der Wert des einzelnen Instruments im Rahmen des Ansatzes Coaching nach Wirkfaktoren nicht überbetont wird, steht doch ein umfangreiches Set von Maßnahmen zur Verfügung, die sich in der Praxis bewährt haben. Aufgaben des Coachs: Instrumente zur Unterstützung der Wirkfaktoren auswählen und fachgerecht anwenden. |


