Veränderungsmodell
Wirksames Coaching verdankt seine Entstehung einem Qualitätsbestreben und dazu gehörenden Vorüberlegungen, welche Qualitätskriterien angelegt werden sollten. Dieser gedankliche Entstehungsprozess soll hier kurz skizziert werden, bevor daraus schlüssig das eigentliche Veränderungsmodell abgeleitet wird. Der aktuelle Coachingmarkt Auf dem Coachingmarkt bietet heute eine Vielzahl von Anbietern Ihre Dienstleistung an. Hinter den besseren Angeboten steht jeweils ein Veränderungskonzept, dass sich an ein Veränderungsmodell aus der Psychotherapie anlehnt. Andere Anbieter stellen leider noch nicht einmal einen solchen theoretischen Bezug her. Alle Anbieter stellen ihr Konzept als besonders wirksam und erfolgreich dar. Damit ist der aktuelle Coachingmarkt in seiner Anbieterstruktur dem Psychotherapiemarkt vor etwa 20 Jahren vergleichbar. Besonders bedenklich ist dabei, dass viele Anbieter unrealistische Versprechungen von großem Erfolg ohne großen Aufwand abgeben. Veränderungen auf dem Psychotherapiemarkt Auf dem Markt der Psychotherapie hat sich in den letzen Jahren im Dienste einer Qualitätssicherung ein großer Strukturwandel vollzogen. Vor diesem Wandel standen unterschiedliche Psychotherapieschulen einander recht unversöhnlich gegenüber. Erst umfangreiche, vergleichende Psychotherapieforschung, vor allem von Klaus Grawe und seinen Team unternommen, schuf eine empirische Basis, auf der Kriterien für eine „gute“ Psychotherapie entwickelt werden konnten. Am Anfang dieser Forschung stand die Feststellung, dass unterschiedliche Schulen vergleichbare Problematiken mit unterschiedlichen Methoden gleichermaßen erfolgreich behandeln. Auffällig war, dass sich die Theapieverläufe zwar unterschieden, die Ergebnisse dennoch eine Verbesserung des Befindens der Klienten zur Folge hatten. Voraussetzung war natürlich, dass es sich überhaupt um wirksame Verfahren handelte, was nicht für alle bestätigt werden konnte. Aber auch unter den wirksamen Verfahren ließ sich feststellen, dass es unterschiedliche erfolgreiche Vorgehensweisen gab, und der Versuch lag nahe, dass die Schulen, welche jeweils diese Konzepte vertreten, besser voneinander lernen als einander bekämpfen sollten. Nach diesen Vorüberlegungen ließen sich allgemeine Wirkfaktoren theoretisch ableiten und empirisch prüfen. Die von Grawe postulierten Wirkfaktoren waren
Hier zeigte sich also, dass eine theorie- und empiriegeleitete Mischform aus unterschiedlichen Verfahren in größter Breite eine wirksame Behandlung gewährleisten könnte. Darauf haben die unterschiedlichen Schulen reagiert, indem sie nunmehr voneinander lernen, so z.B. Beziehungsaspekte verstärkt in verhaltenstherapeutische Ansätze integriert werden. Auch der Gesetzgeber hat reagiert, indem eine unabhängige Kommission die Wissenschaftlichkeit der Verfahren begutachtet mit dem Ergebnis, dass nur tiefenpsychologische Verfahren, die Psychoanalyse, die Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie und die Kognitive Verhaltentherapie die wissenschaftliche Anerkennung erhalten haben. Darüber hinaus wurden nur die tiefenpsychologischen Verfahren, die Psychoanalyse und die Kognitive Verhaltentherapie sozialrechtlich anerkannt. Wer sich also heute zum psychologischen Psychotherapeuten ausbilden lassen und seine Dienstleistung mit den Krankenkassen abrechnen können möchte, der muss eines dieser Verfahren lernen. Diese ganze Entwicklung hat auf dem Coachingmarkt (noch) nicht stattgefunden. Im Gegenteil: Die Bereinigung im Bereich der Psychotherapie hat sogar bei einigen Schulen aufgrund ihres Ausschlusses aus den Regelverfahren zu einer Verstärkung ihres Engagements im Bereich Coaching geführt, so z.B. bei NLP. Weil der öffentliche Kostendruck fehlt, stellen sich Bestrebungen nach einer Klärung von Qualitätskriterien als sehr schwierig dar. Es ist kaum möglich, Gremien zu schaffen, die allgemein akzeptiert werden, weil in den meisten Fällen solch eine vermeintliche Qualitätsarbeit doch wieder nur der eigenen besseren Marktpositionierung gegenüber dem Wettbewerber dienen soll, oder aber mindestens sich schnell diesem Verdacht aussetzt. Wirksames Coaching setzt einen Kontrapunkt Aufgrund der Wahrnehmung dieses unbefriedigenden Zustands ist Wirksames Coaching entstanden. Zunächst einmal steht die Anerkennung im Vordergrund, dass bei aller Unterschiedlichkeit zur Psychotherapie es eine Reihe von Ähnlichkeiten gibt: Die Art des Beratungskontakts, der persönliche Bezug, die Wichtigkeit einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung. Daher können Coachs viel von Psychotherapeuten lernen. Wirksames Coaching ist schließlich das Ergebnis der Berücksichtigung dieser Ähnlichkeiten, der behutsamen Übertragung der allgemeinen Wirkfaktoren Grawes auf Coaching:
Darüber hinaus beachtet Wirksames Coaching auch die Unterschiede zur Psychotherapie, daher gehört zur Wirksamkeit:
Somit kann man schließen, dass Wirksames Coaching
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